Fernbehandlung – mehr als ein Corona-Trend

12. September 2022

Was ist Menschen bei der Gesundheitsversorgung heute wichtig? Eine neue Befragung der AOK gibt Aufschluss. Die Ergebnisse zeigen eine beachtlich wachsende Offenheit für die Fernbehandlung. Mit der Unterstützung von SHL Telemedizin können Krankenkassen optimal auf die wachsende Nachfrage reagieren und helfen, Versorgungslücken zu schließen.

Immer mehr Menschen öffnen sich für die Fernbehandlung. Eine Befragung der AOK und des Forsa-Meinungsforschungsinstituts zeigt: Seit 2019 ist der Anteil derer, die sich vorstellen können, die Fernbehandlung zu nutzen, um 16 Prozentpunkte gestiegen. Dabei haben insbesondere demografische Faktoren Einfluss auf die Einstellung zum Angebot. Personen unter 60 Jahren, mit steigendem Einkommen und Wohnort in einer (größeren) Stadt sowie einem (sehr) guten Gesundheitszustand zeigen sich häufiger offen für die Fernbehandlung. Dahingegen haben Befragte mit Wohnort im ländlichen Raum oder mit (sehr) schlechtem Gesundheitszustand eher Vorbehalte. So sind beispielsweise 68 Prozent der Personen mit (sehr) gutem Gesundheitszustand offen für das Angebot, während es bei den Personen mit (sehr) schlechtem Gesundheitszustand nur 50 Prozent sind.

Sehr hohe Zufriedenheit mit der Fernbehandlung in der Pandemie

Die Mehrheit der Befragten ist im Laufe der Pandemie mit der Videosprechstunde in Kontakt gekommen. Dabei zeigt sich eine ausgesprochen hohe Zufriedenheit. Ganze 90 Prozent der Befragten gaben an, sehr zufrieden oder eher zufrieden mit ihren Erfahrungen zu sein. In dieser Zeit wurden nur 7 Prozent der Befragten per Fernbehandlung behandelt oder beraten, jedoch zeigt die hohe Zufriedenheit, dass das Angebot äußerst positiv angenommen wird.

Langfristige Etablierung der Fernbehandlung

Seit der Corona-Pandemie hat sich die Fernbehandlung stark entwickelt. In der Hochphase im Jahr 2020 fanden mit 44 Prozent die meisten Videosprechstunden in der Psychotherapie statt. Doch auch darüber hinaus zeigt sich eine hohe Inanspruchnahme, die verdeutlicht, dass sich das Angebot etabliert hat. Mittlerweile kommt die Fernbehandlung in vielen verschiedenen Bereichen wie der Allgemeinmedizin, Kardiologie, Pädiatrie und in anderen Fachrichtungen regelmäßig zum Einsatz. Damit wird das Thema auch zukünftig immer weiter an Relevanz gewinnen.

Telemedizinische Angebote – ein großes Plus für die Versorgung

Für die Etablierung der Fernbehandlung gibt es verschiedene Ansätze. Einen guten Beitrag leisten telemedizinische Angebote von Krankenkassen. Diese sind deshalb so wertvoll, weil sie den Zugang zur Gesundheitsversorgung in der Breite verbessern. Denn in einer Region, die chronisch unterversorgt ist, kann es schwer sein Ärzt*innen zu finden, die Fernbehandlungen anbieten. Deshalb braucht es zentrale Angebote, die solche Versorgungslücken schließen.

Krankenkassen können mit telemedizinischen Angeboten einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass Patient*innen ortsunabhängig Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Versorgung erhalten. Die Erfahrungen von SHL aus verschiedenen Projekten bestätigen, dass die telemedizinische Betreuung für die Versorgung ein großes Plus bedeutet: Krankenhausaufenthalte werden reduziert, die Lebensqualität gesteigert sowie Mortalität und Kosten gesenkt – und das auch über die Pandemie hinaus.

Grafik: iStock.com/Anchiy